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Synaplan × openDesk: KI mit echter europäischer Souveränität
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Synaplan × openDesk: KI mit echter europäischer Souveränität

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Die KI-Diskussion in Europa hat sich verschoben. Vor einem Jahr lautete die Frage noch „Wie setzen wir KI ein?". Heute stellen sich viele Organisationen – und vor allem öffentliche Einrichtungen – eine zusätzliche Frage: Wie setzen wir KI ein, ohne unsere Daten, unsere Prozesse und unsere Abhängigkeiten an einen Anbieter außerhalb unserer Rechtsordnung zu geben?

Eine Antwort darauf heißt souveräne KI. Ein konkretes Beispiel dafür entsteht gerade: Synaplan integriert sich in openDesk.

Was openDesk eigentlich ist

openDesk – der Souveräne Arbeitsplatz – ist eine europäische Open-Source-Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace. Es ist ein integriertes Bundle, das unter der Federführung des deutschen Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS) entwickelt wird. Ziel ist es, der öffentlichen Verwaltung – und anderen Organisationen, die Wert auf digitale Souveränität legen – einen kompletten, selbst betreibbaren Office-Stack zur Verfügung zu stellen.

In einem Paket bündelt openDesk etablierte Open-Source-Werkzeuge:

  • Nextcloud für Dateien, Freigaben und Groupware
  • Collabora Online zum Bearbeiten von Office-Dokumenten im Browser
  • OpenProject für Projekt- und Aufgabenmanagement
  • Open-Xchange / OX für E-Mail und Kalender
  • Element / Matrix für Team-Chat
  • Jitsi Meet für Videokonferenzen
  • Univention UCS für Identitäts- und Zugriffsmanagement

Alles ist Open Source, alles läuft auf Infrastruktur, die die Organisation selbst kontrolliert – und keine dieser Komponenten hängt an einem einzelnen nicht-europäischen Anbieter.

Für öffentliche Verwaltungen in Deutschland und der Schweiz bedeutet das: Der digitale Arbeitsplatz lässt sich betreiben, ohne sich auf US-Hyperscaler zu verlassen.

Warum Souveränität kein reines Buzzword ist – ganz ohne Fachchinesisch

Wer nicht aus der IT kommt, dem sagt der Begriff „digitale Souveränität" oft wenig. In der Praxis steckt dahinter Folgendes:

  • Die Daten bleiben dort, wo sie rechtlich bleiben müssen. Bürgerdaten einer schweizer Kantonsverwaltung bleiben in der Schweiz. Interne Dokumente einer deutschen Kommune bleiben unter deutschem Recht. Kein US-Patriot-Act. Kein Vendor-Lock-in.
  • Entscheidungen werden nicht 9.000 km entfernt getroffen. Wenn ein globaler Cloud-Anbieter morgen Preise, Bedingungen oder Verfügbarkeit ändert, sind öffentliche Dienstleistungen davon nicht automatisch betroffen.
  • Der Quellcode ist offen. Auditoren, Sicherheitsforschende oder Bürgerinnen und Bürger können einsehen, welche Software öffentliche Daten verarbeitet.

Souveränität heißt in der Praxis also vor allem: mehr Kontrolle, weniger Abhängigkeit.

Wo Synaplan ins Spiel kommt

openDesk ist ein solider souveräner Arbeitsplatz. Was standardmäßig fehlt, ist KI – also jene Ebene, die Antworten vorschlägt, Dokumente zusammenfasst, internes Wissen wiederfindet und Mitarbeitende bei wiederkehrenden Aufgaben entlastet.

Genau diese Lücke adressiert Synaplan.

Synaplan ist bereits bei öffentlichen Einrichtungen in der Schweiz und in Deutschland im produktiven Einsatz – auf Kubernetes-basierten Clouds. Konkret heißt das: Es läuft heute auf europäischer souveräner Infrastruktur und unterstützt Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung dabei, KI zu nutzen, ohne dass ihre Daten das Land verlassen.

Synaplan ergänzt openDesk um:

  • Eine Chat-Oberfläche für Mitarbeitende – vergleichbar mit ChatGPT, aber auf den eigenen Servern
  • Retrieval-Augmented Generation (RAG) auf den Dokumenten der eigenen Organisation
  • Multi-Model-Routing – pro Anwendungsfall lässt sich festlegen, ob eine Anfrage an ein lokales Ollama/vLLM-Modell, einen europäischen Anbieter oder ein kommerzielles Modell geht
  • Audit-Logs – jeder Prompt und jede Antwort wird protokolliert, damit Datenschutzbeauftragte ihre Aufgaben wahrnehmen können
  • Plugins für Workflows wie Dokumentenklassifikation (SortX) oder eigene Assistenten

Alles Open Source. Alles selbst hostbar. Alles in derselben Souveränitäts-Logik wie openDesk.

Was „Kubernetes-basierte Cloud" bedeutet, wenn Sie kein Techie sind

In diesem Umfeld fällt häufig der Begriff „Kubernetes". Die Idee dahinter ist übersichtlich.

Kubernetes ist so etwas wie ein Dirigent für Server. Statt eines einzigen großen Computers arbeiten viele kleine zusammen. Kubernetes verteilt die Last, schiebt Aufgaben um, wenn etwas ausfällt, und skaliert hoch, sobald mehr Nutzerinnen und Nutzer dazukommen. Es ist der heute übliche Standard, um moderne Cloud-Software zu betreiben.

openDesk läuft auf Kubernetes. Die souveränen Rechenzentren in der Schweiz und in Deutschland, in denen openDesk gehostet wird, laufen auf Kubernetes. Damit Synaplan sich sauber in diese Welt einfügt, läuft auch Synaplan auf Kubernetes.

Öffentliche Helm Charts: Synaplan souverän ausrollen

Unsere Helm Charts – die Rezepte, die Kubernetes sagen, wie Synaplan installiert und betrieben wird – veröffentlichen wir als Open Source, für alle einseh- und prüfbar:

👉 github.com/metadist/synaplan-charts

In der Praxis bedeutet das:

  • Ein souveräner Cloud-Anbieter in Bern, Berlin oder Bremen kann Synaplan mit wenigen Befehlen neben openDesk ausrollen.
  • Das eigene Kubernetes-Team einer öffentlichen Verwaltung kann Synaplan selbst betreiben, ohne einen Custom-Installer von uns zu benötigen.
  • Alles ist einsehbar, forkbar und auditierbar – dieselben Grundwerte, für die auch openDesk steht.

Wer openDesk bereits betreibt, holt sich mit Synaplan keine zusätzliche Vendor-Plattform ins Haus, sondern zieht ein weiteres Helm Chart in den bestehenden Cluster.

Wie die Integration heute schon aussieht

Viele Bausteine der Synaplan-openDesk-Integration sind bereits umgesetzt:

  • OIDC / SSO – Synaplan unterstützt Single Sign-on über OIDC und lässt sich an Keycloak oder Univention UCS anbinden. Ein Login für openDesk und Synaplan, so wie es die öffentliche Verwaltung erwartet.
  • Nextcloud-App – unsere Synaplan-App für Nextcloud ist veröffentlicht und verfügbar. Damit ist Synaplan direkter Bestandteil des souveränen Arbeitsplatzes, statt daneben zu stehen.
  • Öffentliche Helm Charts – der Kubernetes-Weg in bestehende souveräne Clouds ist offen dokumentiert.

Was als Nächstes folgt:

  • Eine noch tiefere openDesk-Integration, bei der Synaplan an weiteren Stellen nativ im openDesk-Portal erscheint
  • Erweiterte RAG-Funktionen direkt auf Nextcloud-Dokumenten, mit denselben Berechtigungen wie in Nextcloud
  • Weitere Integrationen gemeinsam mit zertifizierten europäischen Partnern – Integratoren und Systemhäusern in Deutschland, der Schweiz, Österreich und darüber hinaus

Wir sprechen aktiv mit Partnern in Europa, die bereits openDesk-, Nextcloud- und Souveränitäts-Projekte umsetzen. Wenn das auf Sie zutrifft – oder Sie diesen Stack in Ihrer Organisation einsetzen wollen – sprechen Sie uns an.

Souveräne KI ist kein reines Zukunftsthema

Ein Punkt ist uns wichtig: Souveräne KI ist keine Roadmap-Folie mehr. Sie ist ausgerollt, sie läuft produktiv – auf Kubernetes in schweizer und deutschen Rechenzentren, neben openDesk, und unterstützt Mitarbeitende in öffentlichen Einrichtungen bei ihrer täglichen Arbeit.

Die Ausgangslage „Wir möchten KI nutzen, unsere Daten dürfen aber nicht in die US-Cloud" galt lange als schwer auflösbar. openDesk deckt die Arbeitsplatz-Seite ab. Synaplan deckt die KI-Seite ab. Zusammen ergeben sie einen Stack, der sich in europäische Organisationen einfügen lässt.

Open Source. Selbst gehostet. Auf eigenem Kubernetes. Mit KI-Funktionen obendrauf.

So sieht Souveränität aus, die sich im Alltag nutzen lässt.